|
Der kleine Ort auf der Hochterrasse über Ried wird erstmals 1288
als "Venels" erwähnt und gehörte zum Gericht Laudeck.
Die Terrassenanlagen für den Ackerbau auf den Hängen zeigen auf
die romanische Zeit zurück. Von den ehemals dicht aneinandergebauten
Häusern des Haufendorfes ist durch die Brände von 1939 und 1972
nichts mehr erhalten. Beim Wiederaufbau entstand durch die aufgelockerte
Bauweise ein ganz neues Ortsbild.
In Fendels befand sich die Bildschnitzerwerkstatt des Andreas
Kölle und seiner Söhne (18. Jhd.) -- die Pfarrkirche zur Himmelfahrt
Mariens zeigt zahlreiche Kunstwerke dieses Meisters.
Auf einer Wiese über Fendels in 1715 m Höhe stand mitten im Wald
um 1700 eine Kapelle. 1726 entstand hier eine Einsiedelei, zu der
viele Wallfahrer pilgerten. Kaiser Joseph II ließ 1795 das Kloster
aufheben. Die Altäre und die Kanzel kamen nach Feichten, das wertvolle
Kreuz in die Fendler Kirche, die Stationsfiguren in die Wallfahrtskirche
von Serfaus. Auch diese Kunstschätze stammen von Andreas Kölle.
Bei den Vorbereitungsarbeiten für das Kaunertalkraftwerk wurde
Fendels 1961 durch die neue Straße von Prutz aus erschlossen. (Bis
zu dieser Zeit erreichte man Fendels nur über einen steilen Karrenweg
von der "Rieder Mure" aus, schwere Lasten wurden mit der Seilbahn,
die 1939 gebaut worden war, befördert.)
Im Berg bei Burgschrofen nördlich von Fendels ist das Wasserschloß,
in dem die Wasserzufuhr zum Kaunertalkraftwerk geregelt wird.
Fendels bietet heute ein reizvolles Schigebiet.
|